Entschädigung wegen Augenkrankheit nach Abnehmspritze in Dänemark

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

In Dänemark erhalten vier Patienten eine Entschädigung vom Staat, nachdem sie nach der Anwendung des Abnehmmedikaments Wegovy beziehungsweise des Diabetesmedikaments Ozempic schwere Sehschäden bekommen hatten. Das teilte die dänische Behörde für Patientenschadenfälle (Patienterstatningen) mit. Zusammen erhalten die vier Patienten demnach Entschädigungszahlungen im Wert von umgerechnet rund 107.000 Euro.

Die Patienten haben die Augenkrankheit NAION (nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie) entwickelt, die eine starke, meist permanente Sehverschlechterung zur Folge hat. Im Juni war der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu dem Schluss gekommen, dass NAION eine sehr seltene Nebenwirkung von Medikamenten ist, die den Wirkstoff Semaglutid enthalten – so wie Wegovy und Ozempic. Statistisch gesehen betreffe sie bis zu einen von 10.000 Patienten.

Wenn Patienten während der Behandlung mit Semaglutid einen plötzlichen Sehverlust oder eine rasch zunehmende Verschlechterung des Sehvermögens bemerken, sollten sie umgehend ihren Arzt kontaktieren, schreibt die EMA. „Wenn NAION bestätigt wird, sollte die Behandlung mit Semaglutid beendet werden.“

Der dänischen Behörde zufolge haben bisher 43 Patientinnen und Patienten in Dänemark einen Entschädigungsantrag gestellt. Davon habe man nun fünf bearbeitet. Ein Antrag wurde abgelehnt, vier Patienten wurde eine Entschädigung zugesprochen. Es seien sehr komplexe Fälle, erklärte die Behörde. Zum einen, weil die Medikamente recht neu seien, zum anderen, weil die Betroffenen durch ihre Vorerkrankungen – unter anderem Diabetes und erhöhter Blutdruck – ohnehin ein höheres Risiko hätten, an NAION zu erkranken.

Die Medikamente Ozempic und Wegovy des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk sind auch in Österreich beliebt. Hierzulande sind sie ebenfalls gegen Diabetes Typ 2 beziehungsweise Adipositas zugelassen.

(APA/dpa/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Elastographie: Neue erweiterte Diagnosemöglichkeit in der Leberambulanz des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf

Elastographie: Neue erweiterte Diagnosemöglichkeit in der Leberambulanz des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf

Die Leberambulanz der II. Med. Abteilung des Landesklinikums Mistelbach-Gänserndorf betreut jährlich rund 800 Patientinnen und Patienten. In der Ambulanz wird das gesamte Spektrum von Lebererkrankungen abgeklärt und therapiert. Seit kurzem gibt es nun ein Ultraschallgerät der neuesten Generation mit der Funktion einer Elastographie.

Wenn Medikamente krank machen

Wenn Medikamente krank machen

Eine Arzneimittel-Unverträglichkeit kann sich in unterschiedlichen Formen bemerkbar machen. Den endgültigen Nachweis für die Allergie gegen einen bestimmten Wirkstoff liefert aber nur eine aufwändige, mehrere Tage dauernde Testung im Spital.