Erstmals Pupillen schlafender Menschen beobachtet

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Erstmals haben Forscher die Pupillen schlafender Menschen über mehrere Stunden beobachtet. Damit haben sie herausgefunden, dass die Größe der Pupille auch im Schlaf ständig schwankt. „Diese Beobachtungen widersprechen der bisherigen Annahme, dass das Erregungsniveau im Schlaf grundsätzlich niedrig ist“, sagte Studienleiterin Caroline Lustenberger von der ETH Zürich in einer Mitteilung vom Mittwoch. Denn die Dynamik der Pupillen widerspiegelt den Erregungszustand des Hirns.

Die Pupillenschwankungen im Schlaf zeigen laut ETH Zürich, dass sich das Gehirn auch im Schlaf in einem ständigen Wechsel zwischen einem höheren und niedrigeren Aktivierungsniveau befindet. Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Um unter die Augenlider schlafender Menschen zu schauen, haben Wissenschafterinnen und Wissenschafter der ETH Zürich eine neue Methode entwickelt. Über ein offenes Auge klebten sie dafür ein spezielles durchsichtiges Pflaster. Die größte Sorge der Forschenden sei dabei gewesen, dass die Probanden nicht mit offenen Augen schlafen könnten. „Aber in einem dunklen Raum vergessen die meisten, dass das Auge noch offen ist und können trotzdem schlafen“, erklärte der Erstautor der Studie, Manuel Carro Domínguez.

Das Verständnis der Pupillendynamik während des Schlafs könnte den Forschenden zufolge wichtige Hinweise für die Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen und anderen Erkrankungen liefern.

Die Technik zum Überwachen der Pupillen während des Schlafs soll zudem künftig auch außerhalb des Schlaflabors eingesetzt werden. Sie könnte laut der ETH Zürich zum Beispiel in Spitälern helfen, das Aufwachen von Koma-Patienten zu überwachen oder Schlafstörungen genauer zu diagnostizieren.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/ag/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Ernährung: Fettreich und Ballaststoffarm macht schnell anfällig

Ernährung: Fettreich und Ballaststoffarm macht schnell anfällig

In der Folge eines Ballaststoffmangels bei gleichzeitiger sehr energiereicher Kost sank das Vorkommen bestimmter kurzkettiger Fettsäuren. Dadurch wird die Funktion von CD4+T-Immunabwehrzellen gedrosselt.

Corona – Diabetesmedikament verhindert Long Covid-Syndrom

Corona – Diabetesmedikament verhindert Long Covid-Syndrom

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie wurde immer wieder untersucht, ob mit in der Medizin seit langem bewährten Arzneimitteln auch ein positiver Effekt gegen die durch SARS-CoV-2 hervorgerufene Erkrankung erzielt werden könnte. Das Diabetes-Medikament Metformin erzielte eine Verringerung der Long-Covid-Diagnose um 40 Prozent.