Forscher: "Verbindung Eins" lässt Krebsauslöser zweifach beseitigen

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Autor: Scho

Ein Wirkstoff mit Codenamen „Verbindung Eins“ klebt sich an einen Krebsauslöser und lässt ihn alternativ durch zwei Agenten beseitigen, fand der Wiener Biologe Georg Winter heraus. Sie sorgen dafür, dass er vom zellulären „Müllhäcksler“ (Proteasom) eliminiert wird. Fällt der eine aus, übernimmt der andere die Aufgabe. Dies könnte dazu beitragen, dass Krebstherapien verlässlicher funktionieren, erklärte er in der Fachzeitschrift „Nature Chemical Biology“.

„Verbindung Eins“ gehört zu den sogenannten „molekularen Klebstoff-Degradierern“ (englisch: Molecular Glue Degrader). Er heftet sich an das Angriffsziel, nämlich den Eiweißstoff „SMARCA2/4“, der häufig an der Entstehung bösartiger Geschwulste beteiligt ist, und gleichzeitig an eine „Ubiquitinligase“. Diese markiert SMARCA2/4, woraufhin sich das Proteasom darum kümmert, also den Eiweißstoff schreddert. Es kann alternativ aber auch auf eine zweite Ligase zurückgegriffen werden.

„Dieses Prinzip funktioniert wie ein eingebautes Backup-System: Wenn ein Abbauweg blockiert ist, übernimmt der andere“, so Winter vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) und vom AITHYRA-Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in einer Aussendung. Durch kleine Veränderungen an „Verbindung Eins“ könne man zudem beeinflussen, an welche von zwei möglichen Ubiquitinligasen sie den Auftrag bevorzugt vermittelt.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

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