Mit dem Bildungsstand steigt auch die Lebenserwartung. Dieser Zusammenhang ist schon lange bekannt – am Montag veröffentlichte neue Zahlen der Statistik Austria zeigen, dass zuletzt die Unterschiede zwischen Personen mit Hochschulabschluss und Personen mit anderen Abschlüssen sogar noch zulegten. Die Geschlechterkluft wurde dagegen erneut etwas geringer.
2024 hatten 35-jährige männliche Akademiker im Schnitt eine Lebenserwartung von insgesamt 85,04 Jahren, bei Männern mit Pflichtschulabschluss betrug sie nur 78,07 Jahre. Die Lebenserwartung von 35-jährigen Frauen mit Hochschulabschluss lag bei 87,75 Jahren, jene von gleichaltrigen Frauen mit Pflichtschulabschluss bei 83,32 Jahren.
Berechnet wurden diese Zahlen anhand der sogenannten ferneren Lebenserwartung, also der Anzahl der verbleibenden Lebensjahre von 35-Jährigen. Dieses Alter wurde gewählt, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Personen ihren Bildungsweg abgeschlossen haben.

Betrachtet man die Entwicklungen gegenüber dem Jahr davor, zeigt sich einerseits eine weitere Vergrößerung der Kluft zwischen Hochschulabsolventen und Personen mit anderen Abschlüssen: Bei den Frauen nahm die fernere Lebenserwartung einzig in der Gruppe mit Hochschulabschluss deutlich zu, während bei Frauen mit anderen Bildungsabschlüssen kaum Veränderungen registriert wurden. Bei den Männern gab es zwar ein Plus bei allen Abschlüssen – bei den Akademikern war es aber am höchsten.
Damit liegt der Lebenserwartungs-Unterschied bei Männern zwischen dem niedrigsten (78,07 Jahre) und dem höchsten Abschluss (85,04 Jahre) bei sieben Jahren. Bei Frauen beträgt die Differenz knapp 4,5 Jahre (83,32 gegenüber 87,75 Jahren).
Gleichzeitig nimmt der Unterschied zwischen den Geschlechtern langsam, aber kontinuierlich etwas ab: Seit 2019 stieg die fernere Lebenserwartung bei 35-jährigen Männern im Schnitt um 0,3 Jahre, bei Frauen dagegen nur um die Hälfte. Bei Männern wurden darüber hinaus Zuwächse in allen Bildungsgruppen verzeichnet, bei Frauen praktisch nur in den beiden höheren (Matura bzw. Hochschule).
(APA/red.)
