Maschinen können Gedanken von trainierten Menschen besser lesen

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Menschen können lernen, ihre Gedanken mit Maschinen zu teilen. In einer neuen Studie zeigten Forschende der Universität Genf, dass sogenannte Gehirn-Maschine-Schnittstellen die Gedanken von speziell trainierten Menschen besser lesen können als jene von untrainierten. Die Forschenden wollen damit künftig Menschen, die beispielsweise nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen können, eine neue Form der Kommunikation ermöglichen, wie die Universität Genf mitteilte.

Für die Studie brachten die Forschenden 15 Freiwilligen Elektroden auf der Kopfhaut an, um die Spannungsschwankungen im Gehirn zu erfassen und aufzuzeichnen. So verkabelt mussten sich die Freiwilligen die Silben „fo“ und „gi“ vorstellen, sie also jeweils nur innerlich aussprechen. Die Hirnaktivität wurde dabei in Echtzeit analysiert. Die Teilnehmenden bekamen ein visuelles Feedback auf einem Bildschirm, das anzeigte, wie gut das System die Silben verstanden hat. Je klarer ihre Vorstellung, desto stärker füllte sich eine Anzeige. So trainierten sie an fünf Tagen.

Trotz individueller Unterschiede im Lernfortschritt wurden die Freiwilligen dabei deutlich besser darin, die zwei Silben mit der Maschine zu kommunizieren, wie die Forschenden in der im Fachblatt „Communications Biology“ veröffentlichten Studie zeigten. Eine Kontrollgruppe mit unregelmäßigem visuellem Feedback zeigte hingegen keine vergleichbaren Fortschritte. Diese Forschung unterstreiche die bisher unterschätzte Bedeutung von Training beim Einsatz von Gehirn-Maschine-Schnittstellen (Brain-Machine Interfaces, BMIs), hieß es von der Universität.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/sda/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Brain Navi NaoTrac – Neurochirurgischer Navigationsroboter erhält 2021 CE-Zulassung

Brain Navi NaoTrac – Neurochirurgischer Navigationsroboter erhält 2021 CE-Zulassung

Das in Taiwan ansässige Startup peilt im nächsten Schritt die FDA-Zulassung in den USA an.

Gelenkerkrankung: Neuer Therapieansatz bei Osteoarthritis entdeckt

Gelenkerkrankung: Neuer Therapieansatz bei Osteoarthritis entdeckt

Wie sich bei den Untersuchungen gezeigt hat, weisen Knorpelproben von Menschen und Mäusen mit Osteoarthritis erhöhte Werte des c-Fos-Proteins auf. Das Protein wird als Antwort auf Osteoarthritis-Signale ausgeschüttet und spielt eine Rolle beim Schutz des Knorpels.