Maschinen können Gedanken von trainierten Menschen besser lesen

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Menschen können lernen, ihre Gedanken mit Maschinen zu teilen. In einer neuen Studie zeigten Forschende der Universität Genf, dass sogenannte Gehirn-Maschine-Schnittstellen die Gedanken von speziell trainierten Menschen besser lesen können als jene von untrainierten. Die Forschenden wollen damit künftig Menschen, die beispielsweise nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen können, eine neue Form der Kommunikation ermöglichen, wie die Universität Genf mitteilte.

Für die Studie brachten die Forschenden 15 Freiwilligen Elektroden auf der Kopfhaut an, um die Spannungsschwankungen im Gehirn zu erfassen und aufzuzeichnen. So verkabelt mussten sich die Freiwilligen die Silben „fo“ und „gi“ vorstellen, sie also jeweils nur innerlich aussprechen. Die Hirnaktivität wurde dabei in Echtzeit analysiert. Die Teilnehmenden bekamen ein visuelles Feedback auf einem Bildschirm, das anzeigte, wie gut das System die Silben verstanden hat. Je klarer ihre Vorstellung, desto stärker füllte sich eine Anzeige. So trainierten sie an fünf Tagen.

Trotz individueller Unterschiede im Lernfortschritt wurden die Freiwilligen dabei deutlich besser darin, die zwei Silben mit der Maschine zu kommunizieren, wie die Forschenden in der im Fachblatt „Communications Biology“ veröffentlichten Studie zeigten. Eine Kontrollgruppe mit unregelmäßigem visuellem Feedback zeigte hingegen keine vergleichbaren Fortschritte. Diese Forschung unterstreiche die bisher unterschätzte Bedeutung von Training beim Einsatz von Gehirn-Maschine-Schnittstellen (Brain-Machine Interfaces, BMIs), hieß es von der Universität.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/sda/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Janssen lanciert kostenlose Patienten-App „Express MS“

Janssen lanciert kostenlose Patienten-App „Express MS“

Multiple Sklerose (MS) gilt als die Krankheit mit tausend Gesichtern, da sie sich durch sehr unterschiedliche Symptome in unterschiedlicher Ausprägung zeigen kann. Somit ist sie nicht nur schwer zu behandeln, sondern auch zu verstehen. Die neue, kostenlose App „Express MS“ soll Menschen mit MS dabei helfen, die richtigen Worte zur Beschreibung ihrer unsichtbaren Symptome zu finden – mit der weltweit ersten Handytastatur mit Autovervollständigung speziell für MS-PatientInnen.

Künstliche Intelligenz in der Koloskopie

Künstliche Intelligenz in der Koloskopie

Das Universitätsklinikum St. Pölten hat als eines der allerersten Zentren in Österreich die Möglichkeit, Polypen durch Künstliche Intelligenz charakterisieren zu lassen. Durch diese Anwendung wird die Qualität der Untersuchungen weiter gesteigert und sowohl die Inzidenz als auch hoffentlich die Mortalität von Dickdarmkrebs weiter gesenkt.