Nanosensoren zur besseren Erkennung von Krebsmutationen

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Wissenschafter der Universität Freiburg in der Schweiz haben Nanosensoren entwickelt, die eine kostengünstigere Erkennung von Mutationen in der zellulären DNA ermöglichen. Damit sei die Entdeckung von Krebsmutationen zudem rascher möglich. Die Veränderung der DNA in den Zellen sei ein wesentlicher Schritt bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebs. Mit einer Flüssigbiopsie könnten diese Mutationen im Blut und im Gewebe nachgewiesen werden.

Auch können Informationen über die Krebsart, den Grad der Bösartigkeit und vor allem über die Empfindlichkeit oder Resistenz gegenüber bestimmten Medikamenten geliefert werden, wie es in einer Mitteilung der Universität Freiburg hieß. Da diese Analysen spezielle Geräte und Fachpersonal erfordern, seien sie teuer und zeitaufwendig.

Um dieses Problem zu lösen, habe Samet Kocabey, Forscher im Team von Professor Curzio Rüegg, Nanosensoren entwickelt, die Mutationen im genetischen Code bereits in sehr geringen Konzentrationen erkennen können. „Diese Sensoren erzeugen dann ein Fluoreszenzsignal, das leicht von einem Durchflußzytometer verarbeitet werden kann, einem Gerät, das in den meisten Krankenhäusern und Diagnoselabors zu finden ist“, wurde Kocabey in der Pressemitteilung zitiert. Die Analyse könne innerhalb eines Tages – im Vergleich zu drei bis fünf Tagen mit den derzeitigen Methoden – und zu geringeren Kosten durchgeführt werden.

Diese Ergebnisse, die in der Zeitschrift „Biosensors and Bioelectronics“ veröffentlicht wurden, vereinfachen den Nachweis von mutierter DNA/RNA und machen ihn damit für mehr Labors zugänglich. Außerdem können die neuen Sensoren auch zum Nachweis von nicht mutierter RNA verwendet werden, was ihre Anwendung auf die molekulare biomedizinische Forschung ausweitet, wie es weiter hieß.

Schließlich könnten sie den Weg für die Entwicklung schneller, einfacher und kostengünstiger klinischer Tests für den Nachweis von Krebsmutationen in Tumorgewebe und Blutproben in einer größeren Anzahl von Krankenhäusern und Laboratorien ebnen. Diese Entdeckung ist laut Uni Freiburg patentiert.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/ag/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Deutschland prescht bei Lungenkrebs-Screening vor

Deutschland prescht bei Lungenkrebs-Screening vor

Für Österreich wurde errechnet, dass ein organisiertes Lungenkrebsscreening-Programm die jährlich rund 4.000 Lungenkarzinom-Todesfälle um ein Viertel verringern könnte. In Österreich werden derzeit nur rund 20 Prozent der Lungenkarzinom-Erkrankungen in einem frühen Stadium mit noch hohen Heilungschancen entdeckt.

Gezielte Lungenkrebs-Therapie vor Operation erfolgreich
Studie

Gezielte Lungenkrebs-Therapie vor Operation erfolgreich

Bisher stand für diese Strategie vor allem die Chemotherapie zur Verfügung. Doch in den vergangenen 20 Jahren hat sich mit der sogenannten zielgerichteten Krebstherapie, bei der Medikamente ganz spezifisch bei molekularbiologisch genau abgegrenzten Tumorformen eingesetzt werden, eine neue Strategie entwickelt.