Notfallsanitäter fordern bessere Ausbildung

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Autor: Scho

Die Notfallsanitäter fordern eine bessere Ausbildung für ihren Stand und argumentieren u.a. mit einer dadurch möglichen deutlichen finanziellen Entlastung für das Gesundheitssystem. Viele Fahrten in die überlasteten Notfallaufnahmen sowie nicht notwendige Spitalsaufenthalte ließen sich dadurch verhindern, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien.

Während die Ausbildung in Österreich in weniger als einem Jahr abgeschlossen ist, dauert sie in den meisten europäischen Staaten zumindest drei Jahre, sagte Florian Zahorka, Vorstandsmitglied im Bundesverband Rettungsdienst. Aktuell gibt es ca. 48.000 Sanitäter hierzulande, 6.000 bis 7.000 hauptberuflich, ebenso viele Zivildiener und der Rest sind Ehrenamtliche. Lediglich 1,6 Prozent haben die höchste der mehrstufigen Ausbildung absolviert.

Der Fachmann wünscht sich eine bessere Professionalisierung – es brauche 4.000 Notfallsanitäter mit mehrjähriger Ausbildung, die zusätzlich zu den bisherigen die Einsätze bestreiten, in gemischten Teams. Diese könnten aufgrund der besseren Wissen ohne einen Notarzt selbst entscheiden, ob eine Fahrt ins Spital überhaupt notwendig ist. In vielen Fällen wären die Patienten im niedergelassenen Bereich besser aufgehoben, zudem könnten die Einsätze von Mehrfachnutzern effizienter abgewickelt werden, dies betreffe auch Einsätze aus Pflegeheimen. Und 20 Prozent der stationären Aufnahmen würden sich verhindern lassen. Laut einer Modellrechnung würde dies 834 Millionen Euro jährlich einsparen, während das neue Ausbildungssystem 19 Millionen pro Jahr kosten würde.

Katharina Scheinast von der AK Wien ortet eine echte Entwicklungschance durch die verbesserte Ausbildung, mit der ein Umstieg in andere Bereiche des Gesundheitswesens ermöglicht würde, falls der Sanitäter-Beruf etwa aufgrund körperlicher Beschwerden nicht mehr ausgeübt werden kann. Daniel Unger vom Samariterbund sieht in den Forderungen keinen Bruch, sondern eine Weiterentwicklung.

(APA/red.)

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