ÖÄK fordert Aufstockung des Personals über den Sommer, um Corona-bedingte Engpässe abzufedern

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Während das Gros der Österreicherinnen und Österreicher bereits den Sommerurlaub genießt bzw. kurz davorsteht, diesen anzutreten, muss das Personal in den Spitälern angesichts der steigenden Coronavirus-Neuinfektionen bangen, ob der Urlaub heuer nicht wegen Personalnot und daher drohender Urlaubssperren ins Wasser fällt: „Auch das Spitalspersonal hat ein Recht auf Erholung! Das Personal in den Krankenhäusern muss sofort aufgestockt werden, um corona-bedingte Engpässe wegen der Sommerwelle auf den Stationen abzufedern“, fordert Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte. „Es ist nun wirklich keine Überraschung, dass auch Ärztinnen und Ärzte auf Urlaub gehen wollen und sogar müssen – denn nur dann sind die danach auch wieder in der Lage, bestmöglich ihre Patientinnen und Patienten zu behandeln.“

„Das jahrelange und jetzt akut werdende Versagen der Politik beim Nachbesetzen von Dienststellen und beim Schaffen neuer Dienstposten darf nicht auf dem Rücken des ohnehin seit Pandemiebeginn dauerbelasteten Spitalspersonals ausgetragen werden“, betont Mayer. Zusatz: „Und am besten behalten wir dann gleich das jetzt aufgestockte Personal, um für den Herbst, für den die Prognosen hinsichtlich der Coronafallzahlen noch dramatischer sind, auch gerüstet zu sein.“

Stefan Ferenci, stellvertretender Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte und Vertreter der Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung ergänzt: „Die generellen Arbeitsbedingungen, unter denen das Spitalspersonal seit zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie arbeiten muss, sind inakzeptabel. Von der Ausbildung, die in weiten Teilen nicht in der notwendigen Qualität stattfindet, weil alle Ressourcen in die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie laufen, will ich gar nicht sprechen. Es ist inakzeptabel, dass im Jahr drei der Pandemie Politik und Spitalserhalter offenbar aufs Neue überrascht sind, dass die Pandemie immer noch nicht vorbei ist. Als Standesvertretung der Ärztinnen und Ärzte fordern wir, dass endlich Verantwortung übernommen und auch so gehandelt wird. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen ihren Urlaub und endlich auch Wertschätzung und eine Work-Life-Balance, wie sie in vielen anderen Berufen bereits Realität ist. Im Angesicht von zweieinhalb Jahren Pandemie zeigt sich, dass durch die Sparpolitik der letzten zehn Jahre Gesundheitsreform und ‚Zielsteuerung‘ gescheitert sind.“

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: