Ergebnisse Themenstream 2: WIR.K.S.A.M. – Wir könnten sicher auch mehr ... Abläufe anders gestalten.

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Roland Schaffler

Die Ergebnisse der drei Sessions im Themenstream 2 beim 16. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongress: Lebendige wirksamere Abläufe, Prozessoptimierung in der Gesundheitswirtschaft & der 7-Punkte-Plan für wirksame Prozessgestaltung.

Zeit und Aufmerksamkeit für Patient:innen sind das Alpha und das Omega für Versorgungs- und Behandlungs­prozesse, die zu besseren Ergebnissen führen – im Kleinen wie im Großen. Welche Rolle werden wir in Zukunft dafür patienten­zentriert Prozess­elementen wie z.B. QM, Agilität, Lean Management, Patienten­lenkung, Gate­keeping, Tele­medizin oder KI, interner Prozess­optimierung, Bürokratie­abbau geben?

Die konkreten Ergebnisse referiert in der Abschlusssession von Roland Schaffler:

  1. Die Menschen, denen Wirkungen (und damit Nebenwirkungen) von Veränderungen und Entwicklungen zugutekommen sollen, vom ersten Schritt an miteinbeziehen, fragen und folgen.
  2. Die Patienten und die Wirksamkeit unserer Gesundheitsdienstleistungen für sie bleiben dabei zu jeder Zeit und an jedem Ort explizit im Fokus: als Ziel, als Lösung und am Weg dahin in der Umsetzung (Patient first).
  3. Den im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten arbeitenden Health Professionals als wichtigste zweite Quelle folgen.
  4. Bei allen Planungen und Entscheidungen ist die nachgewiesene Wirksamkeit unserer Gesundheitsdienstleistungen für die Patienten ausschlaggebend.
  5. Bei allen Vorgaben, Regeln und Entscheidungen genug Spielraum für Probieren und Lernen lassen.
  6. Für die große Mehrheit der erfahrenen mit Führungsaufgaben betrauten und im direkten Patientenkontakt arbeitenden Health Professionals sind große Veränderungen des Gesundheitswesens in Richtung Neuaufstellung und nicht das Drehen an kleinen Stellschrauben nötig.
  7. Alle Interessen sind dabei den noch konkret (PDCA: „Wirksamkeit“) zu formulierenden und vereinbarenden Zielen des öffentlichen Gesundheitswesens unterzuordnen.
  8. Normative, bürokratische und sinnlose Hürden, Aufwände und Tätigkeiten reduzieren, um mehr Zeit, Freude und Ideen für das Gesundheitswesentliche zu schaffen, ist dabei eine Methode der Wahl dieser Gruppe.

Es diskutierten zum Thema
Der 7-Punkte-Plan für wirksame Prozessgestaltung“:
Politikberater Thomas Hofer (links) und Geschäftsführer von MP2 IT-Solutions, Manfred Pascher (rechts im Bild).

Einblick in die Session
Lebendige wirksamere Abläufe“:
Harry van Goor (Radboud University Medical Center, Professor of Surgical Education), Sandra Dohr (Geriatrische Gesundheitszentren Graz, Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie), Judith Goldgruber (Geriatrische Gesundheitszentren Graz, Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie), Julia Runge (Leitung der Koordinationsstelle Ambulante Schlaganfallversorgung Tirol). Moderation: Roland Schaffler (v.r.n.l.).

Die drei Podiumsdiskussionen

Session 2.1 – Lebendige wirksamere Abläufe (Do, 18.06.)

Teilnehmer:innen: Harry van Goor (Radboud University Medical Center, Professor of Surgical Education), Sandra Dohr (Geriatrische Gesundheitszentren Graz, Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie), Judith Goldgruber (Geriatrische Gesundheitszentren Graz, Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie), Julia Runge (Leitung der Koordinationsstelle Ambulante Schlaganfallversorgung Tirol). Moderation: Roland Schaffler.

Veränderungen von Abläufen haben Neben­wirkungen, jedenfalls. Ob sie auch Wirk­ungen entfalten, die bei Patienten, Be­wohnern, Be­völker­ung ankommen und Ergebnisse verbessern, das wollen wir uns anhand konkreter Beispiele aus drei verschiedenen Bereichen des Gesundheits­wesens gemeinsam ansehen.
„Nur anders, neu und gut gemeint oder wirklich wirksamer? Erkenntnisse – im Kleinen wie im Großen: Gibt es nachv­ollzieh­bar bessere Ergebnisse für die Patienten? Welche Rolle spielt anderes Denken für andere Abläufe?”

Session 2.2 – Prozessoptimierung in der Gesundheitswirtschaft (Do, 18.06.)

Teilnehmer:innen: Arnold Herzog (Leiter Geschäftsfeldentwicklung und Verrechnung, AGES Medizinmarktaufsicht, BASG – Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen), Kathrin Blagec (Expertin für Health Technology Assessment und digitale Gesundheitsanwendungen, Dachverband der Sozialversicherungsträger), Olivia Schmid (eHealth Expertin & Projektmanagerin, Digitale Gesundheitsanwendungen, Dachverband der Sozialversicherungsträger), Philipp Kurtz (Famedly in Kooperation mit x-tention, Geschäftsführung). Moderation: Roland Schaffler.

Digitalisierung ist ein Hoffnungsträger für die Steigerung der Wirksamkeit unseres Gesundheitswesens: Wir wollen in dieser Session einen gemeinsamen Eindruck darüber gewinnen, was wir von Digitalisierung erwarten können und wie sie uns dabei unterstützen kann, die Prozesse im Gesundheitswesen weiter zu optimieren. DiGA (Digitale Gesundheitsanwendungen) sind medizinische Softwareprodukte mit nachgewiesener Wirksamkeit und unterscheiden sich damit von allgemeinen Gesundheits-Apps. Digitale Transformation betrifft auch alltägliche Kommunikationsaufgaben. Die Faxablöse ist erst der Anfang: Erfahren Sie, wie integrierte, sichere Kommunikation als Enabler für echte Prozessoptimierung über alle Akteure und Sektoren hinweg fungiert – vom Leistungserbringer bis direkt zum Patienten.

Session 2.3 – Der 7-Punkte-Plan für wirksame Prozessgestaltung (Fr, 19.06.)

Teilnehmer:innen: Judith Goldgruber (Geriatrische Gesundheitszentren Graz, Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie), Wolfgang Huf (Wiener Gesundheitsverbund, Klinik Hietzing, Ärztlicher Direktor), Manfred Pascher (Geschäftsführender Gesellschafter MP2 IT-Solutions & Digital Healthcare Expert), Anton Prettenhofer (pluswert, Arbeitspsychologe), Julia Runge (Leitung der Koordinationsstelle Ambulante Schlaganfallversorgung Tirol). Impulsvortrag und Moderation: Thomas Hofer.

Wie kommt ein kleines Land mit vielen Meinungen und Interessen (aber auch viel Erfahrung, Wissen und Herz­blut) zu einem gemeinsamen Plan für wirk­samere Abläufe im Gesundheits­wesen? Auf­bauend auf den Erkennt­nissen des ersten Tages, auf den Befragungs­ergebnissen wollen wir von der Diagnose in die Therapie kommen: Was müssen wir ändern, damit Abläufe auch nach­voll­ziehbar bessere Ergebnisse bringen? Wen müssen wir dabei mit­denken, mit­arbeiten und mit­umsetzen lassen? Wie kann die Ein­bindung patienten­naher und patienten­ferner Ebenen der komplexen Gesundheits­welt Österreichs gelingen?

Über den Autor:

Mag. Roland Schaffler
Studium der Epidemiologie und Mikrobiologie in Graz und Salzburg. Seit 1988 als Entwicklungshelfer, Wissenschaftler, Vorstandsassistent eines Krankenhausträgers,
QM-Abteilungsleiter, Geschäftsführer, Sachverständiger, Moderator, Vortragender, Berater, Trainer, Coach, Publizist und Verleger im Gesundheitswesen tätig.

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