Bildung – kurz und knapp

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Autor: Josef Ruhaltinger

Kurzmeldungen aus dem Bereich der Bildung.

Engpass Basisausbildung

Medizinabsolventen warten derzeit zwölf bis 24 Monate auf einen Platz in der Basisausbildung, in Wien im Schnitt 20 Monate. Die Abwanderung der Jungärzte ins Ausland ist eine der Konsequenzen. Die „Initiative Ärztestart“ fordert deshalb, die verpflichtende Ausbildung für bereits wartende Jahrgänge freiwillig zu machen. Die MedUni Wien unterstützt den Vorstoß: Laut einer Befragung des Rektorats wollen 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen aus Österreich im Land bleiben – das gelte sogar für 60 Prozent der deutschen Studierenden. Momentan erhalte man beim WIGEV die Auskunft, dass man erst im Frühjahr bzw. Frühsommer 2027 erfahre, wie lange man warten müsse. Seit 1. August 2026 dauert die Basisausbildung sechs statt neun Monate. Bereits gestellte Anträge gelten als zurückgezogen.

Neuer Campus in Pinkafeld

Mit September hat die Hochschule Burgenland ihren neuen Campus in Pinkafeld in Betrieb genommen. Rund 1.300 Studierende der Departments Gesundheit & Soziales sowie Energie & Umwelt lernen in modernster Infrastruktur mit Bibliothek, Mensa, Studienräumen, Laboren und SkillsLabs. Das Gesundheitsangebot reicht von Bachelorstudien in Pflege, Hebammen, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie bis zu Biomedizinischer Analytik und Radiologietechnologie. Hinzu kommen zwei berufsbegleitende Masterstudien: Gesundheitsmanagement und Integrierte Versorgung sowie Gesundheitsförderung und ökosoziales Personalmanagement. Besonders gefragt bleibt das berufsbegleitende Studium: Etwa zwei Drittel der ordentlich Studierenden haben sich für diese Organisationsform entschieden.

Neuer KI -Studiengang in Salzburg

Am 1. Oktober ist das Masterstudium „Applied AI in Healthcare“ an der FH Salzburg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gestartet. Es handelt sich dabei um den ersten gemeinsam entwickelten Studiengang der beiden Hochschulen (siehe Bild bei Unterzeichnung des Kooperationsvertrages). Das berufsbegleitende, englischsprachige Programm vermittelt Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz, Datenanalyse und maschinellem Lernen. Studierende lernen, KI-Lösungen in klinische Abläufe zu integrieren. Rechtliche und ethische Aspekte ergänzen die technischen Inhalte. Das Studium dauert vier Semester, umfasst 120 ECTS und schließt mit einem MSc (CE) ab. Es richtet sich an Berufstätige im Gesundheitsbereich mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung. Technische Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich.

Psychotherapie wird Hochschulstudium

Im Oktober hat der erste Jahrgang des neuen Masterstudiums Psychotherapie begonnen. Österreichweit stehen jährlich 500 Studienplätze zur Verfügung, davon 140 in Graz, wo Universität und MedUni das Studium gemeinsam anbieten. Das Studium ist Teil der durch das Psychotherapiegesetz 2024 eingeführten akademischen Ausbildungsstruktur und bildet den zweiten Abschnitt der künftig dreiteiligen Ausbildung. Voraussetzung für die Zulassung ist ein fachlich relevantes Bachelorstudium; die Plätze werden über ein Aufnahmeverfahren vergeben. Der Masterabschluss eröffnet den Zugang zu einem Doktorats- oder PhD-Studium.