Tirol investiert 1,1 Mio. Euro in KI im Gesundheitswesen

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Die schwarz-rote Tiroler Landesregierung investiert in Künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen: Vier von 29 eingereichten KI-Projekten werden mit 1,1 Millionen Euro gefördert. Diese Projekte – alle an der Medizinischen Universität Innsbruck angesiedelt – beschäftigen sich etwa mit Fettleber, Leberkrebs oder Schlaganfällen. „KI im Gesundheitswesen ist eine Zeitenwende“, betonte Tirols Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Der „Nutzen im Gesundheitsbereich“ sei jedenfalls enorm, strich Hagele heraus: „Künstliche Intelligenz kann maßgeblich dazu beitragen, diesen Bereich zu verbessern und wird vor allem bei der Früherkennung von Krankheiten und der Präzisierung von Diagnosen große Fortschritte bringen.“ Solche Fortschritte seien gegenwärtig und auch künftig dringend notwendig: „Die Menschen werden immer älter und die Krankheitsbilder immer komplexer.“

Wie man auf diese angeführte steigende Komplexität von Krankheitsbildern reagiert, führten zwei bei der Pressekonferenz anwesende Projektleiter aus. „Wir wollen ein KI-Programm entwickeln, das Krankheitsmerkmale einer Fettlebererkrankung automatisch identifiziert“, erklärte die Leiterin des „The Tyrolomics Project“, Maria Effenberger. Menschen seien nämlich bisher „noch nicht in der Lage gewesen, entsprechende Biomarker zu finden“, was die KI aber womöglich „leisten kann“. Damit gelange man bestenfalls zu einem „tieferen Verständnis der Erkrankung und zu neuen Behandlungsansätzen“, so die Projektleiterin.

Ein anderes aus Sicht des Landes förderungswürdiges KI-Projekt beschrieb Matteo Cesari, Leiter des Projektes „SPRINT“, das sich mit Komplikationen nach Schlaganfällen auseinandersetzt. „KI-Modelle sollen dabei helfen, das Risiko solcher Komplikationen und der damit verbundenen Selbstständigkeit von Schlaganfallpatienten vorherzusagen“, benannte Cesari die Zielsetzung. Damit sei es Ärztinnen und Ärzten schließlich möglich, „personalisierte Behandlungspläne zu entwickeln“ sowie das „Risiko für zukünftige Komplikationen zu verringern“, erklärte Cesari.

Ein weiteres Projekt befasst sich mit einer KI-basierten Früherkennung von Leber- und Pankreaskrebs mittels Computertomographie (CT)-Bildgebung. Der Einsatz moderner Algorithmen soll hier verdächtige Veränderungen frühzeitig erkennen helfen und damit diagnostische Prozesse optimieren. Das vierte Projekt wiederum beschäftigt sich mit der Entwicklung eines KI-gestützten Systems zur Unterstützung von Thoraxoperationen.

Der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Wolfgang Fleischhacker, der die „generöse Förderung“ des Landes hervorhob, sprach in Bezug auf KI und die damit einhergehenden, bevorstehenden Umwälzungen im medizinischen Umfeld von einer regelrechten „Revolution“: „Diese gleicht der Revolution durch die Erfindung der Schrift oder viel später des Internets.“ Jetzt liege es auch der Medizinischen Universität, „die Zeichen der Zeit richtig zu lesen“, führte der Rektor aus. Die vier nunmehr geförderten Projekte – die schon vor der Förderung des Landes angelaufen waren – zeigten dies eindrucksvoll.

Mit den nunmehrigen Förderungen wird es indes laut Hagele nicht getan sein. Die Gesundheits- und Wissenschaftslandesrätin betonte ausdrücklich, dass die Landesregierung „diese Förderschiene für KI in Tirol auf alle Fälle beibehalten wird“. Man fokussiere sich dabei vor allem auf „Projekte mit Output für Tirol“, also auf solche mit ganz konkretem Nutzen für das Bundesland und die medizinische Versorgung ebendort.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Wochen der KI in Lübeck

Wochen der KI in Lübeck

Vom 1. bis zum 4. November findet zum zweiten Mal die „Lübecker Woche der Künstlichen Intelligenz“ statt. Die Universität zu Lübeck, die Technische Hochschule Lübeck, die IHK zu Lübeck, das DFKI, Fraunhofer IMTE und der Hanse Innovation Campus Lübeck zeigen gemeinsam die Expertise im Bereich Künstliche Intelligenz am Standort Lübeck und laden die Lübecker Bürgerinnen und Bürger herzlich zum offenen Dialog ein.

Antiinfektiva-App als neue Informationsplattform

Antiinfektiva-App als neue Informationsplattform

Mit einer eigenentwickelten App können ÄrztInnen des Uniklinikums Würzburg von ihren Smartphones und Tablets
unkompliziert auf die beim Einsatz von Antiinfektiva geltenden Standards zugreifen.