Reha – kurz und knapp

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Autor: Josef Ruhaltinger

Kurzmeldungen aus dem Bereich der Reha.

Warum ausländische Ärzte häufig die Reha verlassen

Rund jede dritte Arztstelle in Vertragseinrichtungen der Deutschen Rentenversicherung ist mit Medizinern besetzt, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben. Die Abteilungen, die sie ausbilden und beruflich integrieren, zeigen deutliche personelle Defizite aufgrund überdurchschnittlicher Wechselraten. Eine Studie sucht nach den Gründen für die hohe Fluktuation. Von 145 ausländisch ausgebildeten Ärzten in ambulanten und stationären Reha-Einrichtungen gaben 27 eine Wechselabsicht an, mehr als die Hälfte davon wollte in ein Akutkrankenhaus wechseln. Für jüngere Mediziner wird die Rehabilitation als berufliches Sprungbrett eingestuft, um später in die Akutmedizin zu wechseln.

Geriatrische Rehabilitation: Österreich hat Nachholbedarf

Eine aktuelle Analyse der geriatrischen Rehabilitation in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt erhebliche strukturelle Unterschiede. Besonders auffällig ist Österreich: Während Deutschland und die Schweiz eine spezifische geriatrische Rehabilitation nach einem Krankenhausaufenthalt anbieten, fehlt hierzulande eine entsprechende Phase-2-Versorgung. Ältere Patienten werden stattdessen in indikationsbezogenen Reha-Einrichtungen etwa für Orthopädie, Neurologie oder Kardiologie behandelt. Damit fehlt laut Autoren ein Diagnose-unabhängiger Ansatz, der Multimorbidität sowie funktionelle, kognitive und soziale Bedürfnisse gemeinsam berücksichtigt. Unterschiede bestehen auch bei Aufnahme-Assessments, vorgeschriebenen Therapieminuten und geriatrischen Qualifikationen. Die Autoren fordern einheitlichere Qualitätskriterien und neue Versorgungsmodelle.

Tele-Reha bei MS weitgehend gleichwertig

Eine groß angelegte US-Studie zeigt, dass eine Rehabilitation zu Hause bei Menschen mit Multipler Sklerose in vielen Bereichen ähnlich wirksam sein kann wie ein therapeutisch begleitetes Programm in einer Klinik. An der randomisierten Studie nahmen 759 Erwachsene aus 43 Einrichtungen in Alabama, Mississippi und Tennessee teil. Beide Gruppen absolvierten über zwölf Wochen dasselbe Bewegungsprogramm: entweder vor Ort mit Therapeuten oder selbstständig zu Hause mithilfe von auf Tablets gespeicherten Übungsvideos. Untersucht wurden unter anderem Fatigue, Schmerzen, körperliche und psychische Gesundheit sowie Gehfähigkeit, Kraft und Gleichgewicht. Nach drei, sechs und zwölf Monaten zeigten sich bei den von den Patienten berichteten Ergebnissen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Reha muss sich auf ältere HIV-Patienten einstellen

Dank wirksamer Therapien erreichen Menschen mit HIV zunehmend ein höheres Lebensalter. Eine Übersichtsarbeit von Joseph D. Perazzo und Kollegen untersucht, welche besonderen Anforderungen daraus für die Rehabilitationspflege entstehen. Die Autoren verweisen unter anderem auf ein erhöhtes Risiko für verzögerte oder komplizierte Heilungsverläufe. Rehabilitationsfachkräfte sollten zudem das Selbstmanagement der Betroffenen fördern, um deren Gesundheitszustand langfristig zu verbessern. Gezielte Assessments und individuell angepasste Interventionen sollen beitragen, Menschen mit HIV nach akuten oder subakuten Behandlungen besser durch den Rehabilitationsprozess zu begleiten und ihre Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.

Quellen und Links:

Mehta T, Young H-J, Flemming-Tracy T et al.: Effectiveness of In-Clinic Rehabilitation vs. Home-Based Telerehabilitation for Adults with MS in the Deep South

Perazzo JD, Webel AR, McGough E, Voss J: People Living with HIV: Implications for Rehabilitation Nurses. Rehabilitation Nursing

Skoumal M, Honegger M, Grund S et al.: Geriatric rehabilitation in Germany, Austria, and Switzerland (DACH region): a current state analysis. European Geriatric Medicine 17

Jansen E, Schmidt J, Marquardt M: Turnover intention of foreign trained physicians in German rehabilitation facilities—a quantitative study. BMC Health Services Research

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