ISO 7101:2023 – wie aus einer neuen Norm gelebte Qualität wird

Lesedauer beträgt 4 Minuten
Autor: Klinik Pirawarth

Beim 20. Gesundheitsforum der Quality Austria hat das QM-Team der Klinik Pirawarth seine Learnings aus der erfolgreichen ISO-Zertifizierung präsentiert – ein Leitfaden für Organisationen, die sich ebenfalls mit dieser Norm auseinandersetzen.

Passend zum Veranstaltungsmotto „Patient Safety First – Wirksamkeit im Gesundheitswesen gestalten“ haben Corinna Wittmann und Christian Weber einen Vortrag über die ISO 7101:2023 gehalten – eine neue internationale Norm, die die Sicherheit von Patientinnen und Patienten sowie die Wirksamkeit von Prozessen in den Vordergrund stellt.

Das QM-Team der Klinik Pirawarth: Branchenmanagerin Gesundheit Marica Pfeffer-Larsson, Quality Austria (Mitte), gemeinsam mit den Vertreter*innen der Klinik Pirawarth von links nach rechts: Benjamin Sabic, Bakk., MSc, Therapieleitung am Standort Wien, Mag. (FH) Corinna Wittmann, Qualitätsmanagement, Mag. Thomas Mayrandl, MBA, Geschäftsführer, und Christian Weber, Leitung Qualitätsmanagement.

Beim Zuhören wird schnell klar: Die eigentliche Arbeit beginnt dort, wo aus den Anforderungen der Norm konkrete Lösungen für den eigenen Betrieb werden sollen. Die Norm schafft nur den Rahmen – letztendlich muss die Organisation daraus ein System entwickeln, das zum eigenen Arbeitsalltag passt.

„Die Norm gibt die Richtung vor. Entscheidend ist, wie wir ihre Anforderungen in unsere bestehenden Prozesse übersetzen“, sagt Christian Weber, und genau darin liegt eine der größten Herausforderungen: Anforderungen richtig zu interpretieren, ein bestehendes Qualitäts­management sinnvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen einzubinden. Verantwortlichkeiten müssen nicht nur am Papier festgelegt, sondern auch wahrgenommen und gelebt werden.

„Unser Ziel war nie, möglichst viele Nachweise zu produzieren. Wir wollten Strukturen weiterentwickeln, die im Arbeitsalltag funktionieren und die für jede und jeden Einzelnen einen echten Mehrwert haben“, ergänzt Corinna Wittmann.

Damit wird die ISO-Zertifizierung weit mehr als ein Dokumentationsprojekt. Sie schafft einen willkommenen Anlass, bestehende Strukturen zu hinterfragen, Zuständigkeiten zu klären und Prozesse immer wieder neu zu bewerten und weiterzuentwickeln. Geschäftsführer Thomas Mayrandl sagt dazu: „Am Ende zählt nicht nur das Zertifikat an der Wand, sondern was sich im Alltag verbessert: mehr Klarheit, mehr Sicherheit und ein gemeinsames Verständnis von Qualität.“

Mag. (FH) Corinna Wittmann, Qualitäts- und Risikomanagement, und Christian Weber, Leitung Qualitäts- und Risikomanagement, haben die Klinik Pirawarth beim 20. Gesundheitsforum der Quality Austria vertreten und erzählt, wie das Unternehmen als erstes im deutschsprachigen Raum die ISO-Zertifizierung nach 7101:2023 geschafft hat.

PRO-TIPPS AUS DER PRAXIS

  1. Sich von externen Fachleuten begleiten lassen
  2. Die Wirksamkeit statt der Nachweiserfüllung als Ziel definieren
  3. Projektmarketing aktiv gestalten und alle im Unternehmen mitnehmen
  4. Das Zertifikat nicht als Projektabschluss sehen
  5. Allen Beteiligten den Mehrwert aufzeigen
  6. Mit einer GAP-Analyse starten
  7. Anforderungen der Norm in Prozesse überführen

ERFOLGSFAKTOREN

Commitment der Führungsebene
Die Führung muss das Vorhaben tragen und Ressourcen dafür freigeben.

Ausreichend Ressourcen bereitstellen
Workshops, Abstimmungen und Weiterentwicklung benötigen Zeit.

Klare Verantwortung definieren
Prozesseigner*innen brauchen Kompetenzen & Befugnisse.

Entgeltliche Einschaltung

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