Sandoz-CEO fordert von EU Marktfairness, sieht Gefahr aus China

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Autor: Scho

Der CEO des Generikakonzerns Sandoz, Richard Saynor, fordert von der Europäischen Union die „Wiederherstellung von fairem Wettbewerb am Markt“ ein. Vergleichbare Produkte aus China seien derzeit „um rund 90 Prozent“ günstiger, sagte Saynor bei einem Pressegespräch am Tiroler Standort in Kundl. Es handle sich um den „letzten Weckruf“, die EU müsse angesichts der „ultrabilligen“ Hersteller aktiv werden, erklärte der CEO und mahnte „Taten“ statt Verständnis ein.

Auf EU-Ebene verstehe man das Anliegen zwar durchaus, aber es passiere zu wenig Konkretes. Während in China die Regierung die Generika-Produktion massiv unterstütze und damit die Preise am Weltmarkt „zerstört“, sei das in Europa eben nicht der Fall. Er wolle jedoch festhalten, dass es ihm nicht um „EU-Gelder oder Staatsunterstützungen“ gehe, sondern lediglich um „die richtigen Rahmenbedingungen“, betonte Saynor. Dazu gehöre beispielsweise, dass „Europa mit einem Slot von rund 30 Prozent europäische Produkte priorisiert“, so der Sandoz-CEO.

Bei all diesen Forderungen glaube er unerschütterlich „an den Wettbewerb am Markt“, strich Saynor heraus. Dennoch „kämpfen wir“ und man brauche Unterstützung. Die Billigprodukte am Generikamarkt aus China seien nicht nur eine Gefahr für Sandoz, sondern für „die „gesamte westliche Industrie“. Das Werk in Kundl sei dabei „das letzte seiner Art im Westen“, zahlreiche andere Penicillin-Produktionsstätten hätten bereits geschlossen. Darunter befanden sich solche in Höchst in Deutschland oder in den USA. Deshalb sei man auch unter anderem mit den USA im Gespräch: „Ich bin sicher, wenn die USA die Wahl zwischen Österreich und China haben, entscheiden sie sich für Österreich.“

Auch die österreichische rot-schwarz-pinke Bundesregierung adressierte der CEO auf Nachfrage vor Journalistenseite. „Die Regierung könnte uns beispielsweise in Bezug auf die steigenden Energiekosten unterstützen“, meinte der Manager. Ebenjene seien nämlich in letzter Zeit um stolze 173 Prozent gestiegen und die „Industriekosten“ würden außerdem mit einem Plus von 31 Prozent zu Buche schlagen. Dazu komme noch eine anhaltend hohe Inflation.

80 Jahre Antibiotika-Produktion, Standort Kundl nicht gefährdet

Die Forderungen an die EU sowie die Bundespolitik stellte Saynor im Rahmen von Feierlichkeiten rund um 80 Jahre Antibiotika-Produktion in Kundl. Dort wurde 1946 der Grundstein für das Sandoz-Geschäftsmodell gelegt. Zuletzt war von einem Stellenabbau an diesem Standort die Rede gewesen und eine Schließung des Development Centers vorgenommen worden. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren von dieser Schließung betroffen. Für den „größeren Teil“ dieser Beschäftigten habe man eine alternative Position finden können, hieß es im März dazu von Sandoz-Seite. Saynor betonte am Donnerstag jedenfalls, dass der Standort Kundl nicht gefährdet sei.

(APA/red.)

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