Wegen US-Zölle - Novartis und Sanofi wollen höhere Arzneimittelpreise

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Die Pharmakonzerne Novartis und Sanofi fordern höhere Arzneimittelpreise in Europa. Zwar seien einige der wichtigsten Biopharmaunternehmen der Welt in Europa ansässig, doch diese Position sei wegen der US-Zölle in Gefahr, hieß es in einem am Mittwoch in der „Financial Times“ veröffentlichten offenen Brief von Novartis-Chef Vas Narasimhan und Sanofi-CEO Paul Hudson.

Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Anbieter schwinde, zusätzlich verringere die Zollunsicherheit die Anreize für Investitionen in der EU weiter. „In der neuen Weltlage kann das europäische Pharmamodell, in Europa zu produzieren und in die USA zu exportieren, nicht fortbestehen.“

Die europäischen Preiskontrollen und Sparmaßnahmen verringerten die Attraktivität des Markts. Die Preise bei der Markteinführung würden unterdrückt, das Wachstum patentierter Arzneimittel werde begrenzt und die Preise würden gesenkt, wenn neue Anwendungen gefunden würden. „Die USA und China haben Wege gefunden, Anreize für Innovationen zu schaffen, während Europa sie bestraft.“

Die Firmenlenker forderten, dass die EU einen europaweiten Listenpreis einführen solle, der dem Wert der Arznei gerecht werde und innerhalb der Spanne der US-Nettopreise liege. Zudem sollte die EU ein europaweites Ausgabenziel für innovative Arzneimittel und Impfstoffe festlegen. Und schließlich verlangten Narasimhan und Hudson, dass die einzelnen Länder aufhörten, das Wachstum des Biopharmamarkts künstlich zu begrenzen und die Preise für neue Indikationen zu senken. „Europa verfügt über führende Universitäten, Talente und Krankenhäuser. Mit Deregulierung und einem attraktiven Markt für Innovationen kann es erfolgreich sein.“

(APA/Reuters/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Erstmals Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Österreich verfügbar

Erstmals Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Österreich verfügbar

Das Virus wird von Stechmücken vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Eine allgemeine Impfempfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) für Reisen in Endemiegebiete gibt es nicht, die Datenlage bei Reisenden und Touristen ist derzeit noch limitiert.

Aids Hilfe warnt zu 40-jährigem Bestehen vor Rückschritten
Welt Aids Tag

Aids Hilfe warnt zu 40-jährigem Bestehen vor Rückschritten

Ca. 9.000 HIV-positive Menschen leben in Österreich. Die Zahl sexuell übertragbarer Infektionen steigt. Fehlende Finanzierungsbeiträge aus USA stellen den Kampf gegen AIDS global vor Herausforderungen.