Brocks Panorama – internationale Gesundheits­wirtschaft

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Heinz Brock

Aktuelles aus der internationalen Welt der Gesundheitswirtschaft.

WHO
Big Catch-Up liefert über 100 Millionen Kinderimpfungen

The Big Catch-Up (BCU), eine 2023 begonnene, länderübergreifende Initiative zur Bekämpfung von Impfrückgängen, die hauptsächlich durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurden, hat schätzungsweise 18,3 Millionen Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren in 36 Ländern mit mehr als 100 Millionen Dosen lebensrettender Impfstoffe erreicht und dabei dazu beigetragen, kritische Immunitätslücken zu verringern, verkündeten die Impfallianz (Gavi), die WHO und UNICEF zu Beginn der Weltimpfwoche. Rund 12,3 Millionen waren „Null-Dosis-Kinder“, die zuvor keine Impfungen erhalten hatten, und 15 Millionen, die nie eine Masernimpfung erhalten hatten. Die BCU stellte außerdem 23 Millionen Dosen des inaktivierten Polio-Impfstoffs (IPV) an un- und untergeimpfte Kinder bereit, eine wesentliche Maßnahme zur Ausrottung der Polio. Die Programmumsetzung wurde am 31. März 2026 abgeschlossen.

Deutschland
Ein Jahr elektronische Patientenakte

Auf der E-Health-Messe DMEA in Berlin wurde ein Jahr nach dem Rollout der elektronischen Patientenakte (ePA) eine positive Zwischenbilanz gezogen. Lena Dimde, Projektleiterin der ePA bei der gematik, hofft, dass der Austausch zwischen den Sektoren durch dieses Tool vorangetrieben werde und alle Akteure „gemeinsam am Patienten arbeiten“. Bisher wurde das Tool vorwiegend von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angenommen, doch der stationäre Sektor holt auf. 90.000 Dokumente pro Woche würden von den Kliniken inzwischen schon eingestellt, vor ein paar Monaten seien es nur 2.000 gewesen. Bei insgesamt 100 Milllionen Dokumenten in den ePA sei das zwar noch minimal, aber der Aufwuchs sei da. Es werde nur noch ein paar Monate dauern, bis sinnvoll nutzbare Dokumente in den Akten vorhanden seien.

Frankreich
Dr. Jean-Philippe Grimaud: Herzchirurg und Klempner

Weil er vor einigen Jahren vergebens nach einem guten Installateur suchte, um seine Heizung zu reparieren, beschloss Herzchirurg Jean-Philippe Grimaud mithilfe einiger Online-Tutorials, die nötigsten Arbeiten selbst zu machen. Nach einigen Jahren als Hobbyklempner beschloss Grimaud 2018 mit 56 Jahren, den Beruf in einem Berufsgymnasium für Erwachsene offiziell zu lernen. Er bestand die Meisterprüfung und gründete eine eigene kleine Installateurfirma. Heute operiert Grimaud Patienten am Vormittag in der größten Privatklinik von Bordeaux und repariert Heizkessel am Nachmittag. Er findet in renovierungsbedürftigen Küchen oder Waschräumen eine Entspannung, die das oft hektische Leben im Krankenhaus nicht bieten könne. Jean-Philippe Grimaud: „Bei vielen Aspekten sind Chirurgen auch Handwerker.“

Dr. Heinz Brock
ist emeritierter Ärztlicher Geschäftsführer des
Kepler Universitätsklinikums und Kongresspräsident des
Österreichischen Gesundheits­wirtschaftskongresses ÖGWK.
Kontakt: heinz@heinz-brock.at

Quellen und Links:

www.gavi.org/news/document-library/media-factsheet-world-immunization-week-2026-big-catch

www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Ein-Jahr-elektronische-Patientenakte-Auf-dem-Weg-zum-Gamechanger-und-Super-Werkzeug

www.aerztezeitung.de/Panorama/Das-Doppelleben-des-Dr-Jean-Philippe-Grimaud-Arzt-und-Klempner