Kurzmeldungen aus der Welt der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitswesens.

NÖ LGA organisiert Waldviertler Spitäler neu
Die Gesundheitsversorgung im Waldviertel wird neu organisiert. Die Schwerpunktkliniken in Landesklinikum Horn und Landesklinikum Zwettl werden ausgebaut, während das Krankenhaus in Gmünd langfristig durch ein Ambulatorium ersetzt werden soll. In Horn werden unter anderem die Augenabteilung modernisiert, die Urologie konzentriert und ein PET-CT installiert. Zwettl erhält zusätzliche Eingriffsräume und Betten, um künftig auch Patienten aus dem Raum Gmünd zu versorgen. Insgesamt fließen zunächst 154 Mio. Euro in die Region, weitere 330 Mio. Euro sind für die Generalsanierung des Klinikums Horn vorgesehen. Die geplanten Änderungen in Gmünd sorgen weiterhin für politischen Widerstand.

Klinik-Award kürt die besten Spitäler Österreichs
Für den „Klinik-Award Austria 2026“ untersuchte die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien alle 174 österreichischen Akutkrankenhäuser mit mindestens 20 Betten. Die Studie kombiniert zwei gleich gewichtete Bereiche: eine Patientenumfrage sowie Daten zum Qualitäts- und Risikomanagement aus der Plattform kliniksuche.at des Gesundheitsministeriums. Befragt wurden Personen mit stationären Erfahrungen der letzten drei Jahre – selbst oder über Angehörige. Bewertet wurden unter anderem medizinische Qualität, Kommunikation, Pflege, Sauberkeit und Entlassungsmanagement. Die Studie macht keine Aussagen zum medizinischen Behandlungserfolg einzelner Eingriffe.

Sonja Wehsely wird Head of EMEA bei Siemens Healthineers
Die frühere Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely übernimmt mit 1. Juni 2026 die Leitung der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) bei Siemens Healthineers. Sie berichtet an Vorstandsmitglied und Landsfrau Elisabeth Staudinger und folgt auf Bernd Ohnesorge, der aus persönlichen Gründen die operative Verantwortung abgibt. Wehsely ist seit 2017 im Unternehmen, war zunächst in der deutschen Zentrale für Strategie, Geschäftsentwicklung und gesundheitspolitische Themen zuständig und verantwortet aktuell von Wien aus die Geschäfte in 30 Märkten Osteuropas und Zentralasiens. Sonja Wehsely war von 2004 bis 2007 amtsführende Wiener Stadträtin für Integration, Frauen, Konsument*innenschutz und Personal, anschließend bis 2017 Stadträtin für Gesundheit und Soziales. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien.

EU-Einigung soll Arzneimittelproduktion in Europa lukrativer machen
Die EU hat sich auf neue Regeln geeinigt, um die Produktion kritischer Arzneimittel in Europa zu stärken und Lieferengpässe zu reduzieren. Künftig sollen wichtige Medikamente leichter mit öffentlichen Geldern gefördert werden können. Zudem sollen bei öffentlichen Ausschreibungen Arzneimittel bevorzugt werden, die in Europa produziert werden. Hintergrund ist die hohe Abhängigkeit von asiatischen Herstellern, insbesondere aus China. Laut EU stammen 80 bis 90 Prozent vieler Medikamente aus Asien. Strategische Projekte sollen schneller genehmigt und mehrere EU-Staaten gemeinsame Beschaffungen durchführen können. Manche Medikamente waren in den vergangenen Jahren in einigen EU-Ländern zeitweise nicht mehr in Apotheken verfügbar. Betroffen waren Schmerzmittel, Antibiotika oder Fiebersäfte für Kinder.

Studie: Wenn Pflegekosten explodieren
Der Pflegebedarf in Österreich wird laut einer Studie des WIFO in den kommenden Jahrzehnten stark wachsen. Die Ausgaben würden bei ungebremster Entwicklung von 2,3 Mrd. Euro im Jahr 2018 auf 5,7 Mrd. Euro bis 2080 steigen. Als Hauptgrund gilt die alternde Bevölkerung, insbesondere der Eintritt der Babyboomer-Generation ins pflegeintensive Alter ab den 2040er-Jahren. Die Zahl der Pflegegeldbezieher würde sich von derzeit rund 353.000 auf etwa 854.000 erhöhen. Die Studienautoren sehen Potenzial in Maßnahmen für gesünderes Altern, Bildung und den Ausbau der Pflegeausbildung. Ohne zusätzliche Migration und erleichterte Anerkennung ausländischer Abschlüsse werde der steigende Bedarf an Pflegefachkräften laut Studie jedoch nicht zu decken sein.

Mehrere Interessenten für Weißer Hof
Für den Verkauf des Rehabilitationszentrums Weißer Hof liegen mehrere Interessenten vor. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt hatte ihre Verkaufsabsichten bereits Ende 2020 bekanntgegeben. Nun läuft das europaweite Bieterverfahren für das rund 250.000 Quadratmeter große Areal. Der Verkauf soll 53,9 Mio Euro einbringen, der Zuschlag soll Ende 2026 oder Anfang 2027 erfolgen. Die AUVA prüft derzeit die Bewerber und holt anschließend Erstangebote ein. Das Gelände muss laut Vereinbarung weiterhin für Gesundheit und Soziales genutzt werden, alternative Widmungen im Gesundheitsbereich gelten aber als verhandelbar. Der künftige Eigentümer muss den Betrieb mindestens 15 Jahre aufrechterhalten. Der Weiße Hof betreut derzeit vor allem Patienten nach Arbeits- und Freizeitunfällen.

Burgenland stoppt Medizin-Stipendien
Das Burgenland vergibt künftig keine neuen Medizin-Stipendien mehr. Laut Land habe das Programm seinen Zweck erfüllt, die Spitäler seien personell „über Jahre hinaus“ abgesichert. Die Förderung hatte sich an Studierende mit Burgenland-Bezug gerichtet, die sich verpflichtet haben, nach dem Studium mindestens fünf Jahre im Bundesland zu arbeiten. Derzeit befinden sich noch 170 Stipendiatinnen und Stipendiaten in Ausbildung, ihre Förderung läuft weiter. 2025 wurden dafür 416.000 Euro aufgewendet, 2026 sind 684.000 Euro budgetiert. Das Ärztegehaltspaket und die Förderung gewidmeter Studienplätze bleiben bestehen. Zuschüsse für Landarztordinationen werden hingegen eingestellt.

