Studie: Vier Krebsarten verursachen 720 Mio. Euro Kosten jährlich

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

In Österreich erkranken jährlich rund 45.000 Menschen an Krebs. Neben dem gesundheitlichen Schaden bei den Betroffenen verursacht dies auch große volkswirtschaftliche Kosten. Laut einer Studie des Economica-Instituts und der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) beläuft sich die jährliche Belastung durch vier Krebsarten auf 724 Mio. Euro. „Krebs spielt eine essenzielle Rolle bei der Leistungsfähigkeit der Unternehmer“, sagte der Obmann der SVS, Peter Lehner.

Die vier untersuchten Krebsarten (Darm-, Brust-, Prostata- und Gebärmutterhalskrebs) würden 42 Prozent der Krebsneuerkrankungen ausmachen, so Lehner bei der Präsentation der Studie. Durch frühzeitiges Erkennen der Erkrankungen könne man die entstehenden Kosten deutlich senken. Alleine bei Brustkrebs ließen sich 158 Mio. Euro Bruttowertschöpfung durch Früherkennung bewahren, rechnete der Vorstand des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica, Christian Helmenstein, vor.

Rund drei Viertel der Belastung der untersuchten Krebsarten gehen auf Krankenhausaufenthalte zurück. Die 65.000 Hospitalisierungen, die durchschnittlich fast sechs Tage andauern, verursachten laut der Studie Gesamtkosten in Höhe von 512 Mio. Euro.

Vorsorgeuntersuchungen, die das frühere Erkennen ermöglichen, werden hierzulande im europäischen Vergleich wenig in Anspruch genommen. Beim genannten Brustkrebs haben 41 Prozent der Österreicherinnen (50 bis 69 Jahre) an einem „Screening“ teilgenommen. Im Spitzenreiterland Dänemark ist der Anteil ungefähr doppelt so hoch. Größer ist in Österreich das Bewusstsein für Gebärmutterhalskrebs, auf den sich 85 Prozent untersuchen ließen. Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen liegen mit einer Quote von 65 Prozent im Mittelfeld. „Beim Prostatakrebs gibt es nicht einmal valide Daten, wie viele Männer diese Untersuchung durchführen. Vielleicht liegt es gerade daran, dass die Männer in diesem Bereich durchaus Muffel sind“, beklagte Lehner.

Die SVS habe sich deshalb die Prävention auf die Fahne geschrieben. Für heuer sei das Ziel, die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen für die vier Krebsarten um 30 Prozent zu steigern. Mit einem Anstieg von rund 8,6 Prozent im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist man von diesem Bestreben noch klar entfernt. Helfen soll hier auch ein 100-Euro-Bonus für SVS-Versicherte, die sich heuer einer solchen Untersuchung unterziehen. „Es braucht den Schritt von einer Reparatur- zu einer Präventionsmedizin. Gerade beim Thema Krebs ist das so leicht umsetzbar“, plädierte Lehner. Die vier Krebsarten seien deshalb gewählt worden, weil hier eine Vorsorgeuntersuchung den größten Nutzen haben könne.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

11.735 Personen bei Medizin-Aufnahmetest angetreten

11.735 Personen bei Medizin-Aufnahmetest angetreten

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versuchen bei der rund achtstündigen schriftlichen Prüfung einen der 1.850 Studienplätze an den Medizin-Unis Wien (760 Studienplätze), Innsbruck (410) und Graz (370) bzw. an der Uni Linz (310) zu ergattern.

Verein „PflegerIn mit Herz“ und MedUni Wien richten Stiftungsprofessur für Pflegewissenschaften ein

Verein „PflegerIn mit Herz“ und MedUni Wien richten Stiftungsprofessur für Pflegewissenschaften ein

Ziele der Stiftungsprofessur für Pflegewissenschaften sind Forschung und Lehre im Bereich der Pflege sowie die Umsetzung innovativer Lösungen, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken. Die Professur wird vom Verein „PflegerIn mit Herz“ mit 1,5 Mio. Euro gefördert.

Großbritannien: Verbände beklagen katastrophale Situation in Notaufnahmen

Großbritannien: Verbände beklagen katastrophale Situation in Notaufnahmen

In Großbritannien sterben nach Schätzungen von Verbänden 300 bis 500 Menschen pro Woche, weil sie bei Notfällen nicht rechtzeitig oder nicht angemessen versorgt werden. Der Vizepräsident des Royal College of Emergency Medicine, Ian Higginson, bekräftige die am Wochenende bekannt gewordenen Zahlen gegenüber der BBC. Er wies die Vermutung zurück, dass es sich um vorübergehende Schwierigkeiten handle.