Kurzmeldungen aus der Welt der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitswesens.

Spitalskooperation: Kritik trotz Einigung zwischen Steiermark und Oberösterreich
Das Thema hat Landtagswahlen entschieden. Jetzt haben sich die Steiermark und Oberösterreich auf eine länderübergreifende Spitalskooperation geeinigt. Mit April werden Leistungen vom LKH Bad Aussee nach Bad Ischl verlagert. In Bad Aussee wird unter anderem die Chirurgie geschlossen, Bad Ischl übernimmt die Patienten aus der steirischen Region und bekommt dafür mehr Personal und Gelder vom Gesundheitsfonds. Kritik kommt von Bürgermeistern in der Region sowie aus Bad Ischl, wo steigende Belastungen befürchtet werden. Die Prognose sieht vor, dass in Bad Ischl pro Jahr in etwa zusätzliche 300 stationäre Patienten aus dem Bezirk Liezen aufgenommen sowie etwa 2.000 ambulant behandelt werden.

Alle Jahre wieder: Ranking der besten Spitäler der Welt
Das Ranking „World’s Best Hospitals 2026“ von Newsweek und Statista vergleicht weltweit mehr als 2.500 Krankenhäuser anhand von Qualitätskennzahlen, Experteneinschätzungen und Patientendaten. An der Spitze stehen erneut drei bekannte Namen: Die Mayo Clinic in Rochester behauptet Platz eins und gilt weiterhin als Referenz für integrierte Versorgung und klinische Exzellenz. Auf Rang zwei folgt das Toronto General Hospital des University Health Network, das vor allem durch seine Forschungskompetenz und Spezialisierung auffällt. Die Cleveland Clinic auf Platz drei komplettiert das Führungstrio und überzeugt mit einem stark standardisierten Qualitätsmanagement sowie internationaler Reputation.
Aus österreichischer Sicht fällt das Ergebnis differenziert aus. Das Universitätsklinikum AKH Wien erreicht Rang 20 und bleibt damit die bestplatzierte heimische Einrichtung im internationalen Vergleich. Dahinter folgen die Universitätskliniken Innsbruck auf Platz 53, das Kepler Universitätsklinikum Linz auf Rang 91 sowie das Universitätsklinikum Graz auf Platz 101. Alle vier Häuser schaffen damit den Sprung unter die Top 150, bleiben jedoch deutlich hinter der globalen Spitzengruppe zurück. Auffällig ist, dass die österreichischen Kliniken vor allem in der Breite solide abschneiden, jedoch weniger stark in hochspezialisierten Bereichen oder globaler Sichtbarkeit positioniert sind. Während die Top-Häuser ihre Spitzenplätze durch Kombination aus Forschung, Datenintegration und internationaler Vernetzung sichern, zeigt sich in Österreich ein stärker regional geprägtes Versorgungsmodell.

Neue Führung für OÖG und KUK
Die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) und das Kepler Universitätsklinikum (KUK) Linz erhalten eine neue Führung. Der bisherige ärztliche Direktor des Salzkammergut Klinikums, Tilman Königswieser (rechts im Bild), übernimmt nach Ostern die OÖG. Meinhard Lukas, früherer Rektor der Johannes Kepler Universität Linz, wird ab 1. Juni KUK-Chef (links). Insgesamt 71 Bewerber hatten sich beworben, die bisher gebündelten Funktionen werden nun getrennt. Beide Häuser standen zuletzt wegen Behandlungsfehlern, Kapazitätsengpässen und Kritik an Personalentscheidungen unter Druck.

Neue Digital-Sektion im Gesundheitsministerium
Im Gesundheitsministerium wurde mit Jahresbeginn die neue Sektion X eingerichtet. Sie soll Digitalisierung, Finanzierung und Planung im Gesundheitssystem bündeln und effizienter steuern. Die Leitung der neuen Sektion übernimmt mit Mai Alexander Degelsegger-Marquez (Bild), bislang Chef der Abteilung für digitale Gesundheit und Dateninfrastruktur bei GÖG und oftmaliger Gastautor in der ÖKZ. Er wird unter anderem für das „Beteiligungsmanagement AGES und GÖG“ zuständig sein, das aus der Sektion IV von Chief Medical Officer Katharina Reich losgelöst wurde. Die Sektion X wurde als vierte Sektion im Gesundheitsbereich der Geschäftseinteilung installiert. Maria Schwarzmann, zuletzt stv. Kabinettschefin der Ministerin, wird Chefin der Sektion VI (Humanmedizinrecht).

Impfen in Apotheken noch für heuer geplant
Die Bundesregierung will Impfungen künftig auch in Apotheken ermöglichen. Ziel ist ein niederschwelliger Zugang und höhere Impfquoten. Laut Apothekerkammer sind rund 3.000 Apotheker dafür ausgebildet. Geimpft werden sollen vorerst nur gesunde Erwachsene, nicht jedoch Kinder oder chronisch Kranke. Welche Impfstoffe eingesetzt werden, ist noch offen, genannt werden etwa Grippe und FSME. Kritik kommt von der Ärztekammer: Impfen sei eine ärztliche Leistung, die Patientensicherheit müsse im Vordergrund stehen.

Umfrage: Gerne Blutdruckmessen bei dm
Erstaunlich, aber nicht überraschend: Eine Deloitte-Umfrage in Deutschland zeigt, dass viele Menschen Gesundheitsleistungen auch im Einzelhandel akzeptieren würden. 60 Prozent der Befragten können sich vorstellen, Angebote wie Augentests oder Blutabnahmen in Drogerien oder Supermärkten zu nutzen. Besonders Drogerien schneiden mit 39 Prozent Zustimmung gut ab. Hauptgründe sind kürzere Wartezeiten, einfache Terminvergabe und längere Öffnungszeiten. 52 Prozent würden dafür sogar ihr übliches Geschäft wechseln. Skepsis bleibt bei 36 Prozent, die solche Leistungen nur beim Arzt sehen. Gründe sind Zweifel an Qualität, mangelndes Vertrauen und Hygienebedenken. Fast jeder Dritte ist in Deutschland mit der allgemeinen medizinischen Versorgung unzufrieden.