Liebe Leserinnen und Leser,

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Autor: Josef Ruhaltinger

2026 hatte gut begonnen. Die wirtschaftliche Lähmung der vergangenen zwei Jahre begann sich zu lösen, die Industrieunternehmen bekamen ihre Dinge wieder in den Griff und die Politik der kleinen Schritte brachte das Inflationsniveau in ruhigere Gewässer. Das nervige Jammern und Wimmern schienen ein Ende zu haben. Und dann kam Donald Trump – der US-Präsident, der es männlich findet, wenn Entscheidungen in der Gegend des Unterbauchs getroffen werden. Darum macht er Dinge, die seine Vorgänger – lauter Feiglinge und Loser – aus gutem Grund unterlassen hatten. Beispielsweise jene Nation anzugreifen, die die Straße von Hormus kontrolliert. Glaubt man den Volksverrätern von „New York Times“ und „The Atlantic“, dann haben Generäle und Admiräle vor den Konsequenzen eines Iran-Krieges gewarnt. Aber nur kurz.

Nüchtern.
Vorstandsbüros waren früher opulenter. Am Tisch mit BI RCV-Boss Pavol Dobrocky und Kommunikationschef Matthias Sturm (re.).

Der Präsident der PHARMIG, Pavol Dobrocky, will sich bei den Auswirkungen des Konfliktes auf die heimische und europäische Medikamentenversorgung ebenso wenig festlegen wie Robert Sauermann, Verhandler für Medikamentenbeschaffung auf Seiten der Sozialversicherungen. Sie verweisen – Stand Ende März – auf eine stabile Versorgungslage. Logistikprofessor Peter Klimek übt hier weniger Rücksichten. Wenn der Krieg noch Wochen oder gar Monate länger dauert, werde es für die globale Versorgung mit Öl und Gas eng – und damit auch für die Produktion und den Transport von Wirkstoffen und Arzneien. Der Ruf nach einer „Medikamentenbeschaffungsbeschleunigungs-Verordnung“ wird hiermit prognostiziert.

Der Zusammenhang zwischen den Medikamentenpreisen und der österreichischen Versorgungslage ist in der Vergangenheit immer und immer wieder analysiert worden. Industrie und Apothekerkammer meinen, man solle sich nicht wundern, wenn Arzneien vom Markt verschwinden. Schließlich gebe es dafür keine adäquaten Preise. Beschaffer Robert Sauermann wiederum verweist auf die Erfahrung, dass Produkte – meist Generika – vom Markt genommen werden, auch wenn man das Doppelte dafür zahle. Und überhaupt sei das Preisniveau für patentfreie Medikamente in Österreich beträchtlich höher als beispielsweise in Schweden. Einen Treffer landet die Pharmawirtschaft, wenn sie fragt, warum in Österreich Arzneien mit hoher europäischer Wertschöpfung keine Bonuspunkte in der Bewertung erhalten. Nur auf diese Art könne man die Absicherung oder gar Rückholung („Reshoring“) einer europäischen Pharmaproduktion bewerkstelligen. Die Einkäufer für das solidarische Gesundheitssystem bleiben in dem Punkt wortkarg. Die akuten Probleme werden derzeit aber wo anders entschieden. In Trumps Unterbauch.

Bleiben Sie uns gewogen,

Josef Ruhaltinger
Chefredakteur

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