Liebe Leserinnen und Leser,

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Autor: Josef Ruhaltinger

Geschichten zur Nachhaltigkeit und Klimawende sind wichtig. Aber seien wir ehrlich: Deren Glamoureffekt ist überschaubar. Das Strategiepapier des Bundes zu den Gesundheitseinrichtungen war dann doch Anlass, wieder einmal zu recherchieren, wie Österreichs Kliniken dem Klimawandel begegnen. Man kann sagen: mit Herz und Enthusiasmus. Und seit Kurzem auch mit Struktur. Mehrere GÖG-Programme liefern den Hintergrund für eine belastungsfähige Nachhaltigkeitsstrategie. Die Erarbeitung der Ökobilanzen jeder an den Programmen teilnehmenden Klinik liefert die Basis für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. So würde man es zumindest in der Autobranche bezeichnen.

Wenig geländetauglich. Auf einen Kaffee mit Christian Korbel.

Speziell war auch das Zusammentreffen mit Christian Korbel, Primar und angehender Klimamanager. Er lud Fotograf Kurt Keinrath und mich in sein Döblinger Haus mit Garten zum Gespräch. Interview und Fotoshooting verliefen professionell unaufgeregt – bis vielleicht auf meine Krücken, die mich nach meiner Knie-OP noch wochenlang begleiten werden. Von hier mit Dank an die Operateure und Pflegenden im Orthopädischen Spital Speising.

Die ÖKZ verfolgte den Niedergang von Österreichs größtem Gesundheitsdienstleister VAMED mit Akribie und Artikeln. Heute ist das Unternehmen mit einst 25.000 Mitarbeitenden Teil der heimischen Wirtschaftsgeschichte. CEO Ernst Wastler hat Erkleckliches mit dem Aufstieg des Unternehmens zu tun – und mindestens so viel mit seinem Niedergang. Es ist mir in vielen Gesprächen mit ehemaligen VAMED-Beschäftigten und Übernahmeinteressenten gelungen, ein dichtes Bild der letzten Geschäftsjahre des Unternehmens zu zeichnen. Ein interner Beobachter bezeichnet die Rettungsbemühungen Wastlers nach der Pandemie als „Hochseilakrobatik ohne Netz“. Und die hektischen Verkaufsbemühungen von Fresenius im Frühjahr des Jahres scheinen abenteuerlich. Bemerkenswert bleibt, dass das Scheitern des langjährigen VAMED-CEOs ohne alle Konsequenzen bleibt: Zusammengenommen wurden und werden Ernst Wastler von Fresenius mehr als zehn Millionen Euro auf seinem Ritt in die Abendsonne mitgegeben. Für eine Neiddebatte ist hier kein Platz. Aber Angemessenheit sieht anders aus.

Bleiben Sie uns gewogen,

Josef Ruhaltinger
Chefredakteur

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